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Magdalena Doege wieder Deutsche Meisterin

Eine Familie – drei Medaillen beim Bogen-Biathlon

Von Jürgen Nakott

Bürstadt. Erstmals mehr als 100 Teilnehmer bei den nationalen Titelkämpfen im Bogenlaufen (Bogen-Biathlon) bestätigen den Aufwärtstrend dieser neuen Disziplin im Bogensport. Die Konkurrenz wird stärker, doch Schützen der BTS behaupten sich an der Spitze – Dank einer sportbegeisterten Familie.

Die 12jährige Magdalena Doege verteidigte im badischen Bürstadt ihren Titel als Deutsche Meisterin ihrer Altersklasse. Zusammen mit ihrem Vater Michael gewann das
Team zudem Bronze in der Mixed-Mannschaft bei den Erwachsenen. Bei den Damen musste sich Melanie Doege nur drei Konkurrentinnen aus dem Bundeskader geschlagen geben. Sie wurde Vierte. Und auch die jüngste der Familie, die zehnjährige Maxima, darf sich nun Deutsche Meisterin nennen.

Ähnlich wie beim Biathlon mit dem Gewehr wechseln sich beim Bogenlaufen Laufen und Schießen ab. Der Bogen wird auf der Cross-Strecke mitgeführt, die Pfeile bleiben aus Sicherheitsgründen an der Schießlinie. Beim Schießen muss das Ziel zweimal im Stehen und einmal im Knien anvisiert werden, eine Position, die das Treffen deutlich erschwert. Jeder Fehlschuss wird mit einer Extrarunde bestraft, im Teamwettbewerb darf “nachgeladen”, also ein zusätzlicher Pfeil geschossen werden. Aber auch das kostet Zeit.

In der Jugendklasse U12 wurden erstmals Mädchen und Jungen gemeinsam gewertet, was Magdalena Doege allerdings wenig beeindruckte. Weil sie als Einzige im Schießen fehlerfrei blieb, kam sie mit mehr als vier Minuten Vorsprung als Erste ins Ziel, der Zweite hatte gleich sieben Strafrunden zu laufen, die Dritte deren fünf.

Auch läuferisch hatte die 12jährige überzeugt, deshalb entschied die Familie, sie zusätzlich gemeinsam mit Vater Michael im Mixed-Team bei den Erwachsenen starten zu lassen. Hier blieb Michael fehlerfrei und sorgte mit seiner läuferischen Klasse dafür, dass Magdalena sich trotz zweier “Nachlader” mit an der Spitze halten konnte. Ungläubiges Staunen in einigen Teams, als das Vater-Tochter-Gespann sieben Mannschaften hinter sich ließ und auf dem Bronze-Platz ins Ziel kam.

In der Einzelwertung bei den Männern lief es für Michael Doege allerdings nicht so gut. Obwohl er auf der Cross-Strecke schneller als alle anderen unterwegs war, kassierte er beim Schießen fünf Strafrunden. Da die Konkurrenten besser zielten und nur ein oder zwei Fehlschüsse taten, war dieser Zeitverlust nicht aufzuholen. Michael Doege wurde Fünfter.

Auf Platz Vier bis diesen Deutschen Meisterschaften landete bei den Damen Melanie Doege, nur geschlagen von drei Teilnehmerinnen aus dem Bundeskader. Als gute Schützin musste Doege zwar wie die Siegerin nur eine Strafrunde laufen, Silber und Bronze gingen aber trotz jeweils vier Strafrunden an Konkurrentinnen, die sie kurz vor dem Ziel noch übersprinteten. Das konnte der jüngsten Aktiven der Familie nicht passieren: In der Klasse U10 bewältigte Maxima Doege den Parcours aus Laufen und Schießen als einzige Teilnehmerin und ist nun ebenfalls Deutsche Meisterin.