Aufgeheizte Atmosphäre in einer stillen Sportart
Im Bundesliga-Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft werden die Bayreuther Bogenschützen wie im Vorjahr Sechster.
Wiesbaden. Wieder Sechster! Beim Bundesliga-Finale der besten acht Vereine Deutschlands wiederholten die Bogenschützen der BTS ihr Ergebnis aus dem Vorjahr. Zwei verlorene Duelle gegen den neuen Rekordmeister aus Tacherting und den unerwarteten Vizemeister aus Dauelsen um Olympia-Sibermedaillengewinner Florian Unruh verhinderten den angestrebten Platz im Kampf um die Medaillen.
Fast 1000 Zuschauer und die markante Stimme der Kommentator-Ikone Béla Rethy erzeugten in der Sporthalle in Wiesbaden eine ungewohnt aufgeheizte Atmosphäre für die sonst eher “stille” Sportart Bogenschießen. Acht Teams, die jeweils besten vier der beiden Bundeslig-Staffeln Nord und Süd, waren angetreten, um den neuen Deutschen Mannschaftsmeister zu ermitteln. Zunächst schossen zwei Gruppen mit je zwei Nord- und Südvereinen im Modus Jeder-gegen-Jeden die Halbfinalisten aus. Als Dritter der Gruppe Süd trafen Jakob Hetz, Florian Babl und Mario Schirrmeister für die BTS auf die FSG Tacherting mit Weltmeisterin Katharina Bauer und den beiden Nationalkader Schützen Felix und Moritz Wieser, auf den SV Dauelsen mit Florian Unruh, Silbermedaillengewinner der olympischen Spiele von Paris, sowie den fünfmaligen Deutschen Meister BSC BB Berlin.
Die Berliner waren auch der erste Gegner für die Bayreuther. “Gegen die haben wir eine positive Liga-Bilanz”, hatte Schirrmeister im Vorfeld optimistisch festgestellt, und dabei sollte es bleiben: Mit 7:1 in vier Sätzen entschieden die BTS-Schützen das Auftakt-Duell für sich. Gegen die Elite-Truppe aus Tacherting kassierten sie dann allerdings eine deutliche 0:6 Niederlage. Nicht überraschend, denn die Oberbayern hatten in der gesamten Saison vor dem Finale von 28 Matches nur zwei verloren. Gegen Dauelsen hätte nun ein Sieg hergemusst, um erstmals das Halbfinale zu erreichen und die Chance auf eine Medaille zu wahren. Doch die Niedersachsen legten gleich mit einer perfekten 60 los, gewannen den zweiten Satz mit 57:55 und ließen sich auch nach dem Verlust des dritten Satzes (57:58 für Bayreuth) nicht aus der Ruhe bringen. Mit 58:55 und einem klaren 6:2 beendeten sie die Hoffnungen der Bayreuther und zogen ihrerseits ins Halbfinale ein.
Dort besiegten sie die Schützen der SGi Welzheim mit 6:4 und standen im Goldfinale. Ihr Gegner dort war, beinahe selbstverständlich, die FSG Tacherting. Die hatten im Halbfinale gegen Villingen-Schwenningen beim 6:2 ihren ersten und einzigen Satz im gesamten Wettkampf abgegeben und bewiesen auch gegen Dauelsen ihre Sonderklasse: Bei ihrem klaren 6:0 (60:55, 58:55, 60:57) trafen 16 ihrer 18 Pfeile die Zehn. Die Tachertinger sind mit nun sechs Mannschaftstiteln alleiniger Deutscher Rekordmeister in der Bundesliga. Das Duell um Bronze gewann die SGi Welzheim ebenfalls deutlich mit 6:0 gegen Villingen Schwenningen.
Die Bayreuther Mannschaftsführerin Monika Richter zeigte sich in ihrer Bilanz dennoch zufrieden: “Ich bin stolz auf meine Truppe. Sie haben gut gekämpft und stark geschossen. In den letzten drei Jahren wurden wir gegen Konkurrenten mit Welt- und Europameistern im Team Fünfter, Sechster und jetzt wieder Sechster.
Nächste Saison greifen wir wieder an.”
Jürgen Nakott



