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Die Bundesliga der Bogenschützen zu Gast in Bayreuth

Robin Hood wäre chancenlos

Von Jürgen Nakott

Plakat für ein Ligawochenende mit Spielterminen

Die Elite der Bogenschützen startet am Roten Main in die neue Ligasaison. Gastgeber am ersten Wettkampftag sind die Aktiven der BTS. Ihr Ziel: Der erneute Einzug in das Finale der besten acht Teams in Deutschland. Die Konkurrenten haben sich allerdings zum Teil spektakulär verstärkt.

Wenn am Samstag, 07. November 2026 um 13 Uhr in der Dreifachturnhalle am Roten Main die Schießampel auf Grün springt, könnte das Geschehen an der Schießlinie auf die Zuschauer wie ein eingespieltes Ballett wirken. In vier Duellen treten jeweils zwei Dreierteams gegeneinander an. 120 Sekunden Zeit hat jede Mannschaft, um ihre sechs Pfeile möglichst ins Zentrum der 18 Meter entfernten Scheibe zu schießen. Die Schützen wechseln sich nach jedem Schuss ab, einer tritt zurück, einer vor, einer geht in Warteposition. Der Raum ist eng, die Zeit mit 20 Sekunden pro Pfeil knapp bemessen, da muss die Rotation der drei Schützen gut aufeinander abgestimmt sein, will man beim mehrmaligen Positionswechsel nicht unnötig Zeit verlieren.

Am Start sind die acht Vereine der zweigeteilten 1. Bundesliga, Staffel Süd. Die ersten Vier nach vier Wettkampftagen ziehen ins Finale gegen die besten Vier der Nordstaffel ein. An jedem Wettkampftag bestreitet jedes Team sieben Duelle im Modus Jeder-gegen-Jeden. Die Schützen der BTS hatten in der Vorsaison im Finale nur knapp die Medaillenrängen verfehlt und am Ende Platz Sechs belegt. Der Ehrgeiz, sich in dieser Saison noch einmal zu verbessern, ist groß, die Aufgabe aber schwerer geworden. Während die anderen Vereine zum Teil mit einem Pool von sieben oder acht Schützen anreisen, aus denen sie je nach Tagesform die Dreier-Besetzung der anstehenden Duelle auswählen können, tritt die Mannschaft der BTS mit nur vier Aktiven an. Jakob Hetz, Mario Schirrmeister, Florian Babl und Neil Bennemann haben jedoch hinreichend bewiesen, dass sie dem Druck standhalten können.

Auch gegen Konkurrenten, die sich zum Teil international verstärkt haben. Da ist etwa der Vorjahresmeister FSG Tacherting. Die Mannschaft um Welt- und Europameisterin Katharina Bauer und die Nationalkaderschützen Felix und Moritz Wieser hatte schon immer höchste Qualität. Die haben sie jetzt noch einmal gesteigert, mit der Tschechin Jindriska Vaneckova und dem mehrfachen österreichischen Meister Andreas Gstöttner. Die Tachertinger wollen in dieser Saison schaffen, was noch keinem Team bisher gelang: Dreimal hintereinander Meister zu werden.

Das zu verhindern, kommt die BSG Ebersberg neben anderen mit den aktuellen und ehemaligen Nationalkaderschützen Max Weckmüller, Elisa Tartler und Michelle Kroppen. An die Spitze wollen auch mal wieder die Schützen der SGi Welzheim um die spanische Weltmeisterin Elia Canales Martin.

Bei aller versammelten Klasse ist übrigens eines nicht zu erwarten: Robin-Hood-Schüsse. So nennt man es bekanntlich, wenn ein zweiter Pfeil einen vorhergehenden so exakt in der Mitte trifft, dass er ihn spaltet. Ein einziger Pfeil kann immerhin bis zu 50 Euro kosten. Um bei der zu erwartenden Präzision der Schützen zu vermeiden , dass sie sich selbst die teuren Pfeile zerstören, wird jeder Pfeil auf ein eigenes Ziel geschossen. Wer dieses Spektakel in den Duellen gegen die Uhr beobachten möchte: Der Eintritt ist frei. Kenner des Bogensports bringen ein Fernglas mit, um den Einschlag der Pfeile besser verfolgen zu können. Und wer dabei auf den Geschmack gekommen ist, für den gibt es am Sonntag ab 11 Uhr an gleicher Stelle eine Fortsetzung. Dann tritt das Team BTS 2 in der Regionalliga an. Stefan Hanrieder, Tom Bandura, Johannes Lang, Melanie Doege und Frank Neuner wollen den vierten Platz der Vorsaison verteidigen. “Das wird schwer genug”, sagt Teamkapitän Hanrieder, denn “als zweite Mannschaft der BTS haben wir ausschließlich die Top-Teams der anderen Vereine als Gegner.”

Alle Infos zu Anfahrt, Parken & Verpflegung – hier.